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...bis zum 31. Dezember 2011
 

  Die Subprime-Krise als Auslöser der internationalen Finanzkrise


Auslöser für die internationale Finanzkrise, die die Welt seit 2008 erschüttert, war die so genannte Krise am Subprime-Markt (Subprime-Krise, US-Hypothekenkrise) in den USA, die ab 2007 ihren Lauf nahm. Diese hatte gravierenden Folgen auch für Deutschland und Europa. Einst renommierte deutsche Kreditinstitute wie die Düsseldorfer IKB, die WestLB und die SachsenLB, aber auch die weltweit größte Bank, die Citigroup in Amerika, machten horrende Verluste in Milliarden-Höhe.

Mit der Insolvenz des Investmenthauses Lehman Brothers am 15. September 2008 nahm die weltweite Krise ihren Verlauf, die bis zum drohenden Staatsbankrott der Inselrepublik Irland führte. Die internationalen Börsenkurse gingen tief in den Keller, dass sie selbst den „Schwarzen Donnerstag“, den 24. Oktober 1929, in den Schatten stellte, der einst den Beginn der Weltwirtschaftkrise einleitete.

Im Oktober 2008 hält die Welt den Atem an und wartet die Folgen ab, die zu erwarten sind: hohe Arbeitslosigkeit, Rezession, weitere Bankencrashs, Rückgang der Automobil-Industrie und eine Verstärkung der Krise durch die zu erwartende Kreditkartenkrise im dritten Quartal 2009….

Wie die Subprime-Krise begann...

In den USA werden Kredite variabel verzinst und richten sich in ihrer Höhe nach dem amerikanischen Leitzins, der von der Fed (Federal Reserve System) festgelegt wird. In der Folge des Platzens der Dotcom-Blase („Neuer Markt“) Anfang des neuen Jahrtausends und den Anschlägen vom 11. September 2001 wurden die Leitzinsen vom damaligen Fed-Chef Alan Greenspan mehrfach und kräftig gesenkt, um durch die verbilligten Kredite für eine höhere Investitionsbereitschaft und privaten Konsum zu sorgen.

Nach mehrfachen Senkungen der Leitzinsen durch die amerikanische Zentralbank Fed (Federal Reserve System) war das Zinsniveau auf historische Tiefststände gesunken. Dadurch war es in den Vereinigten Staaten möglich, mit geringen Zinsen Immobilienkredite zu erhalten. Da infolge der Zinssenkungen auch die US-Konjunktur brummte, die Beschäftigung stieg und für große Teile der US-Haushalte ein regelmäßiges festes Einkommen möglich war, folgte ein Run auf Immobilien. Die Folge waren steigende Preise bei Häuser und Wohnungen, was die Amerikaner vom Kauf auch teurerer Immobilien nicht abhielt.



Da die Amerikaner nicht als sparfreudig gelten (die amerikanische Sparrate liegt bei ca. 3 Prozent, in Deutschland sind es 2008 11,2 Prozent gewesen) und nahezu alles auf Kredit kaufen, wurden auch die meisten Immobilien zu 100 Prozent finanziert. Außerdem erhielt man auf Kredite von Verbrauchern mit niedrigen Einkommen höhere Zinsen, so dass es für Banken und Immobilienfinanzierer lukrativ war, auch so genannte Subprime-Kredite anzubieten. Diese Immobilien wurden als so genannte „subrime mortgages“ vergeben, was soviel bedeutet wie „zweitklassige Hypothek“. Die Zweitklassigkeit bestand darin, dass die Kreditnehmer über keine erstklassige Bonität verfügten, um die Kreditgeber bei einem Ausfall durch Insolvenz oder Zwangsversteigerung zu schützen.
Als Sicherheitsleistung wurden die Immobilien selbst akzeptiert. Vor dem Hintergrund einer ständigen Wertsteigerung dieser Immobilien wurden immer mehr Kredite vergeben, die Immobilien wurden immer teurer und somit die Risiken immer größer.

Der Staat wirkte kräftig mit…

Es passte gut in das amerikanische Ideal der Eigentumsbildung, dass jetzt auch immer mehr Mittelklassefamilien Immobilienhypotheken für den Hauskauf erhielten. Viele wurden erst durch effektive Steuergeschenke in die Lage versetzt, sich eine Immobilie zu kaufen, doch die staatlichen Eingriffe verschärften die Immobilienblase. Für die Förderung zuständig waren die beiden halbstaatlichen Banken „Freddie Mae“ und „Fannie Mac“, die ab dem 7. September 2008 von der zuständigen Aufsichtsbehörde FHFA (Federal Housing Finance Agency) kontrolliert werden, um so einen jeweiligen Bankrott zu verhindern. Allein Fannie Mae hatte für die Finanzierung der Hypotheken so viele Anleihen ausgegeben, dass das Unternehmen mit rund 2.400 Milliarden Dollar einer der größten Schuldner der Welt war.

Denn um nicht allein das Risiko der zweitklassigen Forderungen tragen zu müssen, wurden sie gebündelt und in Form von Anleihen vergeben, mit denen Hedge Fonds, Banken und Versicherungen handeln konnten. Lukrativ waren diese Anleihen besonders deshalb, weil sie wesentlich höhere Wertzuwächse erzielten als die sicheren Staatsanleihen. Die teilweise zweistelligen Wertsteigerungen lockten große Investoren, damit zu handeln und in ihr Portfolio zu übernehmen.

Die durch die zweitklassigen Hypotheken finanzierten Immobilien gewannen ständig an Wert und wurden als Sicherheitsleistung bei Zahlungsunfähigkeit betrachtet. Die Kreditgeber vergaben immer mehr Kredite und bündelten schließlich Ihre Forderungen in Form von Anleihen, die von Hedge Fonds, Banken und Versicherungen gehandelt werden können. Da diese Anleihen höhere Wertzuwächse (teilweise zweistellige prozentuale Wertsteigerungen) aufweisen konnten als beispielsweise sichere Staatsanleihen, sind viele große Investoren auf diesen Zug aufgesprungen.

Als die Immobilienpreise einbrachen…

nahm das Unheil für die Welt seinen Lauf. Durch die ständigen Wertsteigerungen war eine Immobilienblase entstanden, die zu platzen drohte, denn um der steigenden Inflationsgefahr zu begegnen, erhöhte die Fed ab Ende 2004 sukzessive den Leitzins. Da die amerikanischen Kredite jedoch an den Leitzins gebunden waren, stiegen auch die Zinsen für Hypothekenkredite. Erste Schuldner konnten die Raten nicht mehr zahlen und fielen im Subprime-Bereich aus.
Dann ließ das Konjunkturklima nach, die Einkommen stagnierten und die Arbeitsmarktdaten verschlechterten sich. Wie bereits erwähnt, wurden die Immobilien als Sicherheitsleistung genommen und somit verloren die ersten Amerikaner ihre Häuser. Wegen der anfangs geringen Zahl störte sich niemand daran – außer natürlich den Menschen, die ihre Immobilie verloren – denn einige Ausfälle waren in den hohen Zinssätzen bereits eingepreist. Die ersten Anzeichen der Subprime-Krise waren jedoch da.

Alles war noch gut, bis plötzlich…

die Immobilienpreise in den USA einbrachen, weil die Anzahl derer, deren Immobilien zwangsversteigert wurden, auf die Immobilienpreise in den USA drückten. Je höher der Leitzins stieg, um so stärker wuchs die Zahl der ausfallenden Kredite mit der Folge, dass noch mehr Immobilien den Markt überschwemmten. Das wiederum drückte immer mehr auf die Immobilienpreise, die durch Subprime-Kredite finanziert worden waren, bis sie als Sicherheit nicht mehr taugten, so weit waren die Immobilienpreise in den Keller gefallen.

Erste Banken mussten einen immer größeren Teil ihrer Kredite abschreiben und machten erhebliche Verluste. Ein Dominoeffekt war eingetreten und sollte sich immer mehr beschleunigen.

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Da die Kredite nicht mehr vollständig durch die Immobilien gedeckt waren, verloren die Anleihen auf die Subprime Mortgages massiv an Wert. Doch als erste Hedge Fonds, Banken und Versicherungen keine Anleihen auf Subprime Mortgages mehr kaufen wollten und die Werte im Keller waren, mussten Banken und Großinvestoren Milliarden Dollar abschreiben. Hedge Fonds, die zum Verkauf von Anleihen gezwungen sind, konnten diese nicht mehr auf dem Markt unterbringen und verloren ebenfalls. Dieser Domino-Effekt zieht sich durch das gesamte Finanzsystem weltweit und bedroht sogar die Inselrepublik Island mit einem Staatsbankrott.

Credit Default Swaps (CSD) können der nächste Gau im Finanz-Domino-Effekt werden…

Den Namen Blythe Masters könnte man sich merken. Denn sie hat als blutjunge Mathematikerin (Jahrgang 1970), Cambridge-Absolventin und Angestellte von JF Morgan Chase in New York etwas erfunden, was den verheerenden Tsunami Weihnachten 2004 als leichte Wellenbewegung gegen das erscheinen lässt, was die Finanzwelt noch zu erwarten hat: die Erfindung von „Credit Default Swaps“, kurz CDS genannt. Obwohl sie damals erst ihr Universitätsstudium abgeschlossen hatte, überzeugte sie ihre Chefs von einem revolutionärem neuen Produkt, das heute ein Gefährdungspotenzial für die Weltwirtschaft in Höhe von 62 Billionen Dollar horten soll.

Mit diesen CDS haben sich die Banken untereinander versichert, im Falle fauler Kredite füreinander einzustehen, ähnlich einer Versicherung. Durch eine breitere Verteilung der Kreditrisiken sollte die Fähigkeit des Finanzsystems geschaffen werden, Schocks zu absorbieren. Doch die Achillesferse dieses Systems ist die Gefahr systemischer Krisen – also der Subprime Krise. Die CDS sind deshalb seit Jahren in das Zentrum des Interesses der Finanzmarktakteure gerückt, weil sie die Loslösung des Kreditrisikos von der zu Grunde liegenden Kreditbeziehung ermöglichen.


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Durch die separate Handelbarkeit dieser Ausfallrisiken sollte das Möglichkeitsspektrum für eine systematische Risiko- und Ertragssteuerung erweitern. Damit (dem CDS) kann sich ein Sicherungsnehmer (Sicherungskäufer) gegen bestimmte Risiken aus einer Kreditbeziehung gegen Bezahlung einer Prämie an den Sicherungsgeber (Sicherungsverkäufer) ähnlich einer Versicherung absichern. Unternehmen wie Lehman Brothers haben in großem Stil damit gehandelt, so dass die CDS-Verkäufer jetzt tatsächlich gezwungen sind, dem Käufer die vereinbarte Summe auch auszuzahlen. Man geht von einem konkreten Risikovolumen von rund 8 Mrd. $ aus, weil sich die CDS-Verkäufer meist selbst abgesichert haben.

Mit einem Ende der Krise ist also noch lange nicht zu rechnen, insbesondere, weil auch noch eine weitere Krise in 2009 droht: die Kreditkartenkrise.

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