Rettungspaket
USA
Lange haben die
Verhandlungen vom 27. auf den 28. September gedauert, bis sich
der US-Kongress und die Regierung auf Maßnahmen verständigt
haben, die in der Finanzkrise helfen sollten, faule Kredite
aufzukaufen. Die Bush-Regierung will dafür 700 Milliarden
Dollar zur Verfügung stellen. Die Verteilung der Unterstützung
war bis zum Schluss der Debatte umstritten.
Hintergrund des Rettungspakets war die
gemeinsame Unterstützung zur Rettung der Banken in den
USA. Nach den Grundzügen des Gesetzes sollte der Staat
wertlos gewordene Hypothekenpapiere von Insolvenz
bedrohter Finanzinstitute aufkaufen. Am Montag
(29.09.2008) sollte das Paket im Abgeordnetenhaus
verabschiedet werden und dann sofort in den Senat gehen.
Die Einigung erfolgte nach einem Plan, den der scheidende
US-Präsident George W. Busch eine Woche vorher vorgelegt
hatte.
Gleichzeitig forderten
die Demokraten stärkere parlamentarische Kontrollbefugnisse bei
der Umsetzung des Pakets. Auch Hausbesitzer sollten Hilfen
erhalten, um eine eigene Insolvenz zu vermeiden. Die
Republikaner meldeten ebenfalls Vorbehalte an und wollen die
Mittel für den Aufkauf der Hypothekenpapiere in einer Summe,
sondern Schritt für Schritt freigeben, so dass die erste Hälfte
(350 Milliarden Dollar) sofort zur Verfügung gestellt werden
sollte, sobald Präsident Bush die Mittel beantragt hat. Auch
die weitere Auszahlung der Mittel sollen von der Zustimmung des
Kongresses abhängig gemacht werden. Als Präsident könnte Bush
allerdings sein Veto gegen Blockaden des Parlaments
einlegen.
Damit die USA nicht
allein die Risiken zu tragen haben, soll er im Gegenzug
Aktienoptionsscheine der unterstützten Institute erhalten, die
bei entsprechend positiver Kursentwicklung eingelöst werden
können.
Zunächst
Scheitern des milliardenschweren
Rettungspakets
Der erste Entwurf des
Finanz-Hilfspakets wurde am Montag (29.09.2008) im
Abgeordnetenhaus in Washington abgeschmettert. Entscheidend
war hauptsächlich der Widerstand konservativer
Abgeordneter, die bereits am Vortag Vorbehalte geltend gemacht
hatten. Nach der Abstimmungsniederlage zum Paket hatten die
Befürworter im Senat die Initiative ergriffen und die Vorlage
leicht ergänzt. Dadurch sollte sie auch dem Abgeordnetenhaus
zustimmungsreif gemacht werden.
Am Freitag (3.10.2008) nun stimmten 263 Parlamentarier dafür,
171 dagegen. Beim ersten Votum am Montag (29.09.2008) hatten
zwölf Stimmen für die Billigung des Programms gefehlt. Der
Senat verabschiedete es am Mittwoch mit 74 zu 25
Stimmen.
Mit der Verabschiedung
des 700-Milliarden-Dollar-Pakets soll der eingefrorene
Kreditfluss der Banken untereinander, sowie gegenüber
Unternehmer wieder in Gang gesetzt werden, um den
Wirtschaftskreislauf nicht zu unterbrechen. Durch die
Unterzeichnung des Pakets durch Präsident George W. Bush wurde
das Paket in weniger als zwei Stunden nach der Verabschiedung
in Kraft gesetzt.
Internationale
Kritik am Scheitern des Rettungspakets
Als das Rettungspaket im Rahmen der
internationalen Finanzkrise, insbesondere zur Rettung für
die angeschlagene US-Finanzbranche, am Montag (29.09.2008)
gescheitert war, folgte am Dienstag (30.09.2008) massive
weltweite Kritik. Der Sprecher der EU-Kommission,
Johannes Laitenberger, forderte die USA
auf, Verantwortung in dieser Krise zu übernehmen. Immerhin
würden die aktuellen Turbulenzen aus den USA stammen und
haben sie zu einem globalen Problem gemacht.
Auch
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte
die USA zu möglichst schnellem Handeln auf, um die Finanzkrise
einzudämmen. Sie sagte am Dienstag (30.09.2008) in Berlin, das
gescheiterte Rettungspaket habe eine “unglaublich wichtige
Bedeutung”, um das Vertrauen von Wirtschaft und Bürger
wiederherzustellen. Auch Bundesaußenminister und designierter
Kanzlerkandidat der SPD, Frank-Walter
Steinmeier, gab seiner Befürchtung Ausdruck, dass nach
dem Aus für das Rettungspaket mit weiteren negativen Folgen zu
rechnen sei. “Wenn dieses Paket nicht zu Stande kommt, dann
fehlt uns der erste Baustein, auf dem wir international
aufbauen müssen.”
Großbritanniens
Premier Gordon Brown zeigte sich nach dem
ursprünglichen Scheitern im US-Parlament ebenfalls enttäuscht.
Brown befürchtete, dass das Scheitern des Rettungsplans die
Finanzmärkte seines Landes in noch größere Turbulenzen stürzen
könnte. Angesichts der Krise forderte auch der konservative
Oppositionsführer David Cameron alle Parteien
auf, enger zusammenzuarbeiten, um ein politisches Gerangel wie
in Amerika zu verhindern.
Aus Japan meldete sich
Kaoru Yosano, Minister für Wirtschafts- und
Fiskalpolitik, und führte das negative Abstimmungsergebnis in
den USA auf den US-Präsidentschaftswahlkampf zurück. Er
äußerte, dass die US-Politik in einer delikaten Lage sei. Er
sei tief besorgt, denn das Scheitern des Rettungsplans würde
sich nicht nur auf die USA auswirken, sondern auf die ganze
Weltwirtschaft.

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