Chronologie der Ereignisse ab 2007,
die
die Welt erschüttern
Die Ereignisse nahmen 2007 ihren Lauf und
begannen mit Alarm-Glockenklang an der Wall Street in New
York: Zwei Hedgefonds der Investmentbank Bear
Stearns kollabierten, weil sie mit Papieren
gehandelt hatten, die durch Subprime-Hypotheken besichert
waren. Das folgende Geschehen wird in die Weltgeschichte
als „Subprime-Krise“ eingehen
und droht, ganze Volkswirtschaften zu
Grunde zu richten.
Hier finden Sie
die Chronologie der fragwürdigen internationalen Finanzkrise,
der diese Homepage ihre unfreiwillige Daseinsberechtigung
verdankt. Wir beginnen mit den jüngsten
Ereignissen:
22. Oktober
2008
Bayerns Finanzminister Erwin Huber kündigt in der Folge der
Bekanntgabe des Milliardenlochs bei der BayernLB seinen Rückzug
aus der bayerischen Landesregierung an.
Staatsanwaltschaft und
Bundeskriminalamt durchsuchen Geschäftsräume der staatlichen
Förderbank KfW. Gegen den Vorstand der KfW wird wegen des
Verdachts der Untreue ermittelt. Die KfW hatte eine
Millionenüberweisung an die bereits insolvente US-Bank Lehman
Brothers vorgenommen und war dadurch in das Visir der
Staatsanwaltschaft geraten.
21. Oktober
2008
Die BayernLB
beantragt als erste deutsche
Bank die Unterstützung aus dem Rettungspaket der
Bundesregierung. Sie braucht 5,4 Milliarden Euro als
Kapitalspritze. Weitere 700 Millionen Euro sollen vom
Freistaat Bayern zur Kapitalerhöhung beitragen sowie 300
Millionen von den bayerischen Sparkassen.
20. Oktober
2008
Bundesregierung beschließt ein Rettungspaket für Deutschland.
Die Rechtsverordnung zur Umsetzung des Banken-Rettungspakets
knüpft die Gewährung von Hilfen an eine Reihe von Forderungen.
Das Rettungspaket der Bundesregierung wird von der neu
gegründeten Finanzmarkt-stabilisierungsanstalt auf. Sie
verwaltet den Fonds, der die deutsche Finanzwirtschaft, und
damit Deutschland, retten soll. Der frühere Chefvolkswirt der
Bundesbank, Otmar Issing, soll die Expertenkommission zur
Reform der internationalen Finanzmärkte leiten.
Bislang wurde wenig
Interesse an der staatlichen Unterstützung gezeigt. Man
fürchtet ein schlechtes Image, wenn Banken zeigen, dass sie
Kapital benötigen.
Das Rettungspaket
Schweden wird angekündigt. Es umfasst ein Volumen von rund 150
Milliarden Euro.
19. Oktober 2008
Nach Bekanntgabe des Rettungspakets der Bundesregierung kündigt
die BayernLB als erste Bank Hilfeersuchen an.
Die Deutsche Börse AG verliert ihren Aufsichtsratschef, Kurt
Viermetz. Er trat in der Folge der Hypo-Real-Estate-Krise
zurück. Auch dort war er im Aufsichtsrat
eingebunden.
18.0ktober
2008
Als erster Banker räumt Martin Blessing, Commerzbank-Chef,
Versäumnisse auch der Bankenbranche und der Commerzbank ein.
Man habe sich „wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert“ und Fehler
gemacht.
Das sieht ein anderer Bank-Top-Manager anders:
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann: „Ich würde mich schämen,
wenn wir in der Krise Staatsgeld annehmen“ zitierte der
„Spiegel“ den Schweizer und sorgt für Groll mit der
Bundesregierung.
Zur Diskussion der aktuellen Finanzkrise vereinbaren der
scheidende US-Präsident Georg W. Busch, EU-Kommissionspräsident
Jose Manuel Barroso und der französische Präsident Nicolas
Sarkozy mehrere Gipfeltreffen.

17. Oktober
2008
Das Gesetz für das 480-Milliarden-Rettungspaket wird von
Bundespräsident Horst Köhler unterschrieben. Bundestag und
Bundesrat hatten zuvor zugestimmt.
16. Oktober
2008
Auch die Industrie soll Hilfe wegen der Finanzkrise erhalten.
Das kündigt der EU-Gipfel an, ohne jedoch Form und Höhe zu
nennen.
Die Wachstumsprognose
wird von der Bundesregierung für 2009 von 1,2 Prozent auf nur
noch 0,2 Prozent reduziert.
Bund und Länder
vereinbaren Details des Banken-Rettungspakets.
15. Oktober
2008
Die USA informieren die Öffentlichkeit über das größte
Haushaltsdefizit ihrer Geschichte.
Im Bundestag verteidigt
die Bundesregierung ihr
480-Milliarden-Rettungspaket.
Die EU-Kommission
lockert die Bilanzierungsregeln für Banken. Die Garantien für
Konteninhaber werden erhöht.
Vom EU-Gipfel wird der
Plan der Euro-Länder gegen die Krise gebilligt.
14. Oktober
2008
Die US-Regierung wird sich mit bis zu 250 Milliarden Dollar an
den Banken beteiligen. Darüber hinaus garantiert die
Einlagensicherung FDIC für Kredite zwischen den
Banken.
Noch keine Einigung
zwischen Bund und Länder über ihre Beteiligung am
Banken-Rettungspaket.
Die führenden
Wirtschaftsforschungsinstitute senken ihre Wachstumsprognose.
Wegen der Krise sei statt 1,4 nur noch mit 0,2 Prozent
Wirtschaftswachstum zu rechnen und sehen „Deutschland am Rande
einer Rezession“

13. Oktober
2008
Die Bundesregierung schnürt ein Rettungspaket für Banken mit
einem Volumen von 480 Milliarden Euro. Mit dieser Summe bürgt
der Staat für Kredite von Banken untereinander. Darüber hinaus
werden weitere 80 Milliarden Euro für eine Beteiligung des
Staates am Eigenkapital der Banken bereitgestellt.
Andere europäische
Staaten beschließen ebenfalls milliardenschwere Rettungs- und
Stützungspakete für deren Finanzsektor: Frankreich, die
Niederlande, Österreich und Spanien.
12. Oktober
2008
Mitgliedsländer der Eurozone auf Sondergipfel: Sie einigen sich
auf gemeinsame Regeln für nationale Rettungspläne für die
Rettung des Finanzsektors, um Zusammenbrüche wie bei Lehman
Brothers zu verhindern.
10. Oktober
2008
Die G7-Finanzminister beschließen einen gemeinsamen
Aktionsplan. Damit beschließen die sieben führenden
Industrienationen, die internationale Finanzkrise gemeinsam zu
bewältigen.
Die rasante Talfahrt der
Aktienwerte setzt sich an den Börsen unvermindert fort. Der DAX
liegt im Tagesverlauf um mehr als zehn Prozent im
Minus.
09. Oktober
2008
Obwohl die Leitzinsen wiederum gesenkt wurden, setzt sich die
Talfahrt an allen internationalen Börsen fort.
Zum ersten Mal seit 2003 schließt der Dow Jones Indes mit einem
Minus von mehr als sieben Prozent bei unter 9.000
Punkten.
Der Deutsche Aktienindex
DAX rutscht deutlich unter 5.000 Punkte.

08. Oktober
2008
Großbritannien beschließt ein Hilfspaket mit einem
Gesamtvolumen von 500 Milliarden Pfund für ihre
Finanzinstitute. Gleichzeitig werden die größten Banken des
Landes teilverstaatlicht.
07. Oktober
2008
Die EU-Finanzminister beschließen, den Markt zu beruhigen und
garantieren europaweit Spareinlagen von mindestens 50.000
Euro.
Systemrelevante Finanzinstitute sollen unterstützt werden, um
einen „Dominoeffekt“ wie bei Lehman Brothers zu
verhindern.
06. Oktober
2008
Der Deutsche Aktienindex DAX stürzt ab: mehr als sieben
Prozent.
Den höchsten Tagesverlust eines einzigen Tages in seiner
Geschichte verzeichnet der amerikanische Dow Jones Index: er
verliert zwischendurch mehr als 800 Punkte. Trotz Erholung
landet der Dow Jones am Ende unter 10.000 Punkten.
Island droht der
Staatsbankrott und stellt das Bankenwesen unter staatliche
Kontrolle.
05. Oktober
2008
Auf Druck der Bundesregierung wird gemeinsam mit der
Finanzbranche ein erweitertes Rettungspaket für die Hypo Real
Estate Bank beschlossen. Damit werden zusätzlich zum
vereinbarten Bürgschaftsrahmen der Bundesregierung von 35
Milliarden Euro weitere 15 Milliarden Euro von der
Finanzbranche gewährt. Außerdem stellt die Bundesregierung eine
staatliche Garantie für alle private Spareinlagen in
Aussicht.
04. Oktober
2008
Die Hypo Real Estate gibt bekannt, dass die Banken ihre Zusagen
zurückgezogen haben, die in einem gemeinsamen Rettungspaket mit
der Bundesregierung ausgehandelt wurden. Das DAX-Unternehmen
kämpft ums Überleben.
03. Oktober
2008
US-Senat und Repräsentantenhaus stimmen dem geänderten
Rettungsplan für die Banken zu und US-Präsident George W. Busch
unterschreibt das Gesetz.
Der Finanzkonzern Fortis
wird teilverstaatlicht. Die Niederlande übernehmen Teile für
16,8 Milliarden Euro.
01. Oktober
2008
Nachdem der Rettungsplan für die US-Banken vom US-Senat
gebilligt wurde, werden zusätzliche 100 Milliarden Dollar für
Hausbesitzer und Unternehmen vorsieht.
Die EU-Kommission
reagiert auf die Finanzkrise und legt Pläne für eine
Beschränkung von Kreditverkäufen und eine stärkere Regulierung
des Finanzsektors vor.
29. September
2008
Der Kompromiss zum 700-Milliarden-Rettungsplan wird vom
US-Repräsentantenhaus überraschend abgelehnt.
Die deutsche
Bundesregierung gewährt dem DAX-Unternehmen Hypo Real Estate
umfangreiche Kreditbürgschaften.
28. September
2008
Die Verhandlungen im US-Kongress, an dem Demokraten und
Republikaner zur Gestaltung des Rettungsplans beteiligt waren,
erzielen einen Durchbruch.
Der US-Senat bewilligt
25 Milliarden Dollar für die schwächelnde US-Automobilbranche.
Die Automobilkrise nimmt ihren Verlauf.
26. September
2008
Die Washington Mutual wird unmittelbar vor dem Zusammenbruch
von JPMorgan übernommen. Damit ist die größte Sparkasse der USA
der Finanzkrise zum Opfer gefallen.
Das weltgrößte
Unternehmen und Europas größte Bank, die HSBC (Hongkong and
Shanghai Banking Corporation), streicht wegen der
Finanzkrise 1.100 Stellen.
25. September
2008
Die US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain
werden vom scheidenden US-Präsidenten George W. Bush zu einem
Krisentreffen ins Weiße Haus nach Washington eingeladen. Das
Treffen endet ergebnislos.
Auf der anderen Seite
des großen Teichs gibt Bundesfinanzminister Peer Steinbrück
eine Regierungserklärung zur Finanzkrise ab.
24. September
2008
Die CDU/CSU will die KfW (Kreditanstalt für
Wiederaufbau) der Bankenaufsicht unterstellen.
In Amerika wird der
Rettungsplan über 700 Milliarden Dollar scharf kritisiert. Im
Bankenausschuss monieren die Demokraten, es gebe „keinen Plan
B“ und der Republikaner Bunning nennt das Paket
„unamerikanisch“.

22. September
2008
Ein historischer Tag in Amerika: das 75 Jahre alte Modell der
unabhängigen Investmentbanken ist beendet. Goldman Sachs und
Morgan Stanley geben als letzte verbliebene Institute ihren
Sonderstatus auf und werden zu gewöhnlichen Geschäftsbanken
degradiert.
20. September
2008
Deutschland hemmt ein wichtiges Spekulationskalkül und
untersagt Leerverkäufe von elf im DAX und MDAX gelisteten
Finanz-Aktien. Dem Beispiel folgen weitere Länder.
Um faule Kredite
aufkaufen zu können, wird in den USA ein Rettungspaket mit 700
Milliarden Dollar ausgestattet.
19. September
2008
Durch die Ankündigung eines Rettungspakets für die
Finanzbranche durch die US-Regierung wird eni Kursfeuerwerk an
den Börsen ausgelöst.
Wetten auf sinkende
Aktienkurse (so genannte Leerverkäufe) werden von den USA und
Großbritannien untersagt.
18. September
2008
Die Zentralbanken pumpen weltweit frische Milliarden in die
Märkte.
Die kriselnde HBOS (Halifax Bank Of Scotland) wird von
der britischen Großbank Lloyds TSB übernommen.
Die zweitgrößte
US-Investmentbank Morgan Stanley nimmt Fusionsverhandlungen mit
dem US-Finanzkonzern Wachovia auf. Ende September wird sich die
japanische Großbank Mitsubishi UFJ Financial Group mit 9
Milliarden US$ (21 Prozent) bei Morgan Stanley beteiligen und
dafür Vorzugsaktien erhalten. Dagegen gerät Wachovia selbst in
den Strudel der Finanzkrise. Am 29. September 2008 wurde
mitgeteilt, dass das Bankgeschäft von Wachovia verkauft werden
soll. Das Unternehmen soll laut einem Bericht des Wall
Street Journal zwischen den beiden Kaufinteressenten Citigroup
und Wells Fargo zerschlagen werden.
17. September
2008
Der amerikanische Versicherer AIG kann nur mit einem Kredit
über 85 Milliarden Dollar durch die US-Notenbank gerettet
werden.
16. September
2008
Die Weltbörsen gehen weiter auf Talfahrt. Notenbanken müssen
fast 150 Milliarden Euro in den Geldmarkt pumpen.
AIG, amerikanischer
Versicherungsriese, gerät durch Milliardenverluste in akute
Kapitalnot.
15. September
2008
Diesmal ist es ein „schwarzer Montag“, denn Lehman Brothers
muss Insolvenz anmelden, sein Konkurrent Merrill Lynch wird von
der Bank of America übernommen.
Der Dow Jones meldet den
stärksten Tagesverlust seit den Anschlägen vom
11. September 2001.
06. September
2008
Fannie Mae und Freddie Mac, beides US-Hypothekengiganten,
werden unter staatlicher US-Kontrolle gestellt.
März
2008
Auf Druck der US-Notenbank und unmittelbar vor dem
Zusammenbruch wird das Investmenthaus Bear Stearns an die
Großbank J.P. Morgan Chase, drittgrößtes Kreditinstitut der USA
und traditioneller Partner der Fed in Notsituationen, für
geringe 236 Millionen Dollar verkauft – ein Vielfaches unter
dem Marktwert. Damit zahlte J.P. Morgan etwa zwei Dollar pro
Aktie gegenüber 30,85 vom vorangegangenen Freitag (14. März
2008).
Der Vertrag wird durch Garantien der US-Regierung gestützt. Die
amerikanische Zentralbank Fed sagte Sonderfinanzierungen in
Höhe von 30 Milliarden Dollar zur Absicherung des Schuldenbergs
von Bear Stearns zu.
14. März
2008
Zum Börsenschluss notierte die Bear Stearns Aktien noch 30,85
Dollar. Davor waren die Anteile bereits um knapp die Hälfte im
Wert gefallen.
Februar
2008
In Amerika wird ein Konjunkturprogramm vom US-Kongress
gebilligt. Das Programm umfasst 150 Milliarden Dollar, denn
angesichts der seit zwei Jahren fallenden Häuserpreise und der
daraus entstandenen Krise um Immobilienkredite sorgt sich die
US-Regierung um einen Einbruch der Konjunktur.
Der Plan sieht unter anderem einmalige Steuerrückzahlungen von
bis zu 600 Dollar für Millionen Bürger vor. Unternehmen sollen
finanzielle Anreize für Investitionen erhalten. Der Senat
ergänzte diese Maßnahmen unter anderem um Steuererleichterungen
für Menschen mit niedriger Rente und Armeeveteranen.
21. Januar
2008
Nach einer Krisensitzung bei der WestLB, drittgrößte Landesbank
Deutschlands, vereinbaren die Eigentümer eine Kapitalspritze
von zwei Milliarden Euro. Das Unternehmen war unter anderem
durch die US-Finanzkrise und daraus resultierende Verluste in
wirtschaftliche Schieflage geraten.
Oktober
2007
Große Finanzhäuser in aller Welt melden
Milliardenabschreibungen und hohe Verluste.
September
2007
Die britische Bank Northern Rock wird gestürmt. Besorgte Kunden
wollen ihr Geld zurück haben. Die Bank von England garantiert
die Einlaugen und die Bank Northern Rock wird
verstaatlicht.
Juli + August
2007
Die Mittelstandsbank IKB, die Sachsen LB, die West LB und die
BayernLB geraten wegen der Fehlspekulationen am
US-Immobilienmarkt in die Krise.
26. August
2007
Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) teilt mit, dass sie die
SachsenLB zum 01. Januar 2008 übernehmen wird. Als Soforthilfe
wird die LBBW Eigenkapital in Höhe von 250 Millionen Euro nach
Sachsen überweisen.


|